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Landtagsabgeordneter Norbert Zeller zu Besuch im Deggenhausertal

Infrastruktur für Jung und Alt

Erster Programmpunkt des Besuchs des Landtagsabgeordneten Norbert Zeller im Deggenhausertal war ein Gespräch mit Bürgermeister Knut Simon. Begleitet wurde Zeller von den Gemeinderäten Jochen Jehle und Waltraud Felix.

Im Bereich Wirtschaft setze die Gemeinde nicht auf die Ansiedlung großer Betriebe an einem zentralen Ort, sondern auf kleinere Betriebe, die dezentral in verschiedenen Gewerbegebieten verteilt sind. Außerdem sei der Tourismus mit geschätzten 100000 Übernachtungen pro Jahr ebenfalls ein wichtiger Wirtschaftssektor in der Gemeinde. Insgesamt habe die Gemeinde 650 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Die neue Bäckerei und die zwei neuen Lebensmittelmärkte im Deggenhausertal zeigen, so Simon, dass eine gewisse Gemeindegröße notwendig sei, ab der es für private Investoren lohne, sich hier anzusiedeln. Deshalb sei ein gewisses Wachstum der Bevölkerung durch Ausweisung neuer Baugebiete auch weiterhin sein Ziel. Nicht zuletzt lasse sich dadurch die Infrastruktur der Gemeinde, wie Schule, Mediothek, Hallenbad, Turnhalle usw. finanzieren. Neben den Angeboten zur Kinderbetreuung für Familien in allen Kindergärten (siehe unten) und der Schule, sei in Zukunft die Planung neuer betreuter Wohnformen für ältere Menschen aus der Gemeinde ein dringendes Problem, das er bei einer der nächsten Gemeinderatssitzungen diskutieren wolle.

Schule im Wandel

Die Gemeinden, so Bürgermeister Simon, wüssten derzeit nicht, wie die Entwicklung der Schulstruktur weitergehe. Es gebe keine Berechenbarkeit für weitere Planungen vor Ort, die Gemeinden würden allein gelassen, bestätigte Zeller. Zeller ist überzeugt, dass das dreigliedrige Schulsystem in Baden-Württemberg nicht mehr lange Bestand habe. Zwar sei die Hauptschule eine sehr innovative Schule, dies habe aber einen Schülerrückgang nicht verhindern können. Fragen, die Schulleiter aus Oberschwaben in einem offenen Brief an Kultusminister Rau formuliert haben, stelle er nun im Landtag. Dann müsse Rau Farbe bekennen. Mit der Schulleiterin der Grund- und Hauptschule Deggenhausertal, Ursula Hefler, waren sich alle einig, dass man die Klasse 5 und 6 im Deggenhausertal erhalten müsse. Die Überlegung, einen Antrag für einen Modellversuch für eine 6-jährige Grundschule nach § 22 Schulgesetz mit den umliegenden Schulen vorzubereiten, wollen sie weiter verfolgen.

Flexibel und kooperativ: Die Kindergärten der Gemeinde

Evelyn Seminara, die Leiterin des Kindergartens Untersiggingen und die Kindergartenbeauftragte Elfriede von Ow-Haag führten zunächst durch die verschiedenen Räumlichkeiten des Kindergartens. Der Kindergarten sei mit 3 Gruppen zur Zeit voll belegt. Allerdings gingen über dreißig Kinder im September in die Grundschule und es folgen ca. 25 neue Kinder.

Das Essensangebot nutzen täglich 8 – 10 Kinder. Geliefert wird das Essen vom Lehenhof, der auch die Schule verpflegt.

Besuch im Kindergarten Untersiggingen

Für die Kleinkindbetreuung gebe es insgesamt 8 Plätze in der Gemeinde, 5 in Limpach, 2 in Untersiggingen und 1 in Deggenhausen. Testweise habe der Kindergarten ein 2-jähriges Kind in der Ganztagsgruppe von 7 – 16 Uhr aufgenommen. Dieser Test sei bislang gut verlaufen. Zeller zollte für die Flexibilität der Mitarbeiterinnen im Kindergarten hohe Anerkennung. Alle Anwesenden waren sich einig, dass in der Betreuung auf Kleinkinder besonders eingegangen werden müsse. Dazu brauche es besondere Schulungen und unter Umständen sogar mehr Personal. Die Leiterin des Waldorfkindergartens berichtete von der seit 1999 bestehenden Kleinkinderbetreuungsgruppe. Diese Gruppe sei mit 9 – 12 Kindern regelmäßig belegt. Im Waldorfkindergarten sei zudem am Freitag Elterntag, an dem die Eltern zusammen mit ihren Kindern in den Kindergarten kommen. Dies sei ein sehr erfolgreiches Angebot, da der Austausch der Eltern untereinander und mit den Kindergärtnerinnen für die Eltern sehr wichtig sei.

Besuch im Kindergarten Untersiggingen

Der Schulleiterin der Grund- und Hauptschule Ursula Hefler ist die Kooperation mit den Kindergärten so wichtig, dass eine Lehrkraft einmal in der Woche eine Stunde in die Kindergärten kommt, um die Kinder kennenzulernen und mit den Mitarbeitern des Kindergartens zu sprechen. Zeller wies darauf hin, dass die SPD Landtagsfraktion für solche Besuche gerne Lehrerstunden zur Verfügung gestellt hätte, an der CDU aber gescheitert ist.

Besuch im Kindergarten Untersiggingen

Die Frühförderung von Kindern nahm großen Raum in der Diskussion ein. Die Beobachtung und Dokumentation im Kindergarten seien Grundlage der einmal jährlich stattfindenden Elterngespräche. Zeller wies darauf hin, dass 20 – 25 % der Kinder Sprachdefizite hätte. Ursachen seien Entwicklungsverzögerungen und überzogener Medienkonsum. Allzu oft fehlten Netzwerke von Fachkräften, die bei sonderpädagogischen Förderbedarf der Kinder helfend zur Seite stehen könnten. Im Falle eines solchen Förderbedarfs ist Zeller überzeugt, dass es keinen Sinn mache, diese Kinder in extra Gruppen aus dem Alltag im Kindergarten herauszunehmen. Vielmehr sei integratives Arbeiten in den für die Kinder vertrauten Gruppen in solchen Fällen der bessere Weg, die Kinder zu fördern. Mit dem Programm ‚schulreifes Kind’, das spezielle Fördergruppen vorsehe, gehe die Landesregierung wieder einmal in die falsche Richtung.

Besuch im Kindergarten Untersiggingen

Kreisrat Jochen Jehle und Norbert Zeller bedauerten, dass das Vorhaben zu einem eigenen Kindergartenorientierungsplan im Bodenseekreis an den kirchlichen Trägern gescheitert sei. Dieser Plan wäre über den des Landes Baden-Württemberg hinausgegangen. Allerdings, so die Leiterin des Kindergarten Deggenhausen Frau Schumann, könne der jetzt gültige Plan mit vielen eigenen Ideen und Konzepten gefüllt werden. Diese müssten dann unter enger Einbeziehung der Schule entwickelt werden. Zeller und Jehle wollen im Kreistag prüfen, ob die Finanzmittel, die für den kreiseigenen Orientierungsplan vorgesehen gewesen waren nicht für solche Zusatzprojekte umgewidmet werden könnten. Denn für die SPD sei klar: Auf den Anfang komme es an.

Weiter Informationen zur Kampagne ‚Bildungsaufbruch’ der SPD Landtagsfraktion finden Sie hier...

Besuch im Waldorfkindergarten Untersiggingen

Bei der anschließenden Besichtigung des Waldorfkindergartens berichtete die Leiterin Frau Lenz über die Erweiterung der Räumlichkeiten des Kindergartens, die in den kommenden Monaten vorgenommen werden soll, so dass die altersgemischte Gruppe und die Kleinkindgruppe mehr Platz haben. Es entspann sich eine Diskussion über die Finanzbeiträge der umliegenden Gemeinden, aus denen ein Teil der Kinder stamme, die den Waldorfkindergarten besuchen. Laut der Neuregelung des Kindergartengesetzes müssten diese Gemeinden ihren Anteil bezahlen, so Zeller und versprach Unterstützung in dieser Frage.

Ferienhof Scherer

Besuch im Ferienhof Scherer

Der Ferienhof Scherer mit über 50 Betten für Familien und Behindertengruppen ist im von Ostern bis in den Herbst gut belegt, so Albert Scherer. Internet, Kataloge und Mund-zu-Mund-Werbung seien die Werbemittel, mit denen die Gäste geworben werden. Mit seinen Angeboten wie der Sport- und Spielscheune besonders für schlechtes Wetter, einem kleinen Streichelzoo, einer Ausstellung alter landwirtschaftlicher Geräte, dem Schwimmbad und den Aufenthaltsmöglichkeiten in der großzügigen Außenanlage sei die Anlage für Familien und Behinderte sehr attraktiv. Die Hackschnitzelanlage für die Warmwassererzeugung, eine Solaranlage und ein Öl-betriebenes Blockheizkraftwerk sind Grundlage für die Energieversorgung des Hofes.

Besuch im Ferienhof Scherer

Der Trend gehe zu immer kürzeren Auftenthaltszeiten. Außerdem nehmen immer mehr Gruppen die Angebote der hauseigenen Verpflegung an. Soweit möglich werden dabei selbst gebackenes Brot und Wecken, Joghurt, Mozarella angeboten. Norbert Zeller war von dem vielfältigen Angebot auf dem Ferienhof begeistert und zollte der Familie Scherer für ihre unternehmerische Leistung Anerkennung.

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